Berlin, 3. März. Bericht.

Bis zu  20 Tausend* Menschen (laut Veranstaltern) setzten ein Zeichen gegen Hegemoniepoiitik , Krieg und Barbarei, für ein friedfertiges Miteinander aller Menschen im Nahen Osten.
Freiheit und Frieden für Afrin, bundesweite Demonstration gegen die türkische Agression!

Ausschnitt Auftakt am Neptunbrunnen

 

Das Eintreten für Afrin und der Protest gegen die weitere Eskalation des Krieges in und um Syrien sei aktuell die wohl wichtigste friedenspolitische Aufgabe!

 

Aufgerufen zu der Aktion hatten zahlreiche deutsche Organisationen und Parteienvertreter sowie kurdische Verbände. Zu den Unterstützern des Aufrufs „Gemeinsam gegen die türkischen Angriffe auf Afrin“ zählen namhafte Künstler und Wissenschaftler, der kurdische Dachverband Navdem, ebenso aber auch  viele   unterschiedliche demokratische und linke Organisationen, Vertreter  von Linkspartei und Gewerkschaften sowie einzelne Politiker von Grünen und SPD. Es war wohl die eindrucksvollste Friedenskundgebung seit Jahren in Deutschland.

 

Keine Waffen, kein Krieg

Die Teilnehmer forderten rigoros Schluss mit jeglichem Rüstungsexport. Fast alle Parteien im Nahen und mittleren Osten kämpften inzwischen mit deutschen Waffen. Ohne Waffen würde der Krieg letztlich ersticken.

Viele Reden kritisierten die Politik der Bundesregierung als brandgefährlich. Rüstungsexporte, hegemoniale Einmischungspolititk und ein verlängerter Arm für Despoten wie Erdogan seien Öl ins Feuer des Syrienkonfliktes und könnten zu einem Flächenbrand werden, der auch uns schneller als wir denken erreichen könne.

Die Politik der Bundesregierung sei zudem extrem verlogen. Keine Zugeständnisse an das Regime Erdogan? So sei jetzt klar,  dass allein in den letzten 8 Wochen entgegen aller Beteuerungen  31 Rüstungsexporte an die Türkei genehmigt wurden.

Unsere Identität ist Freiheit, Selbstbestimmung und Frieden

Angeklagt wird: Die Bundesregierung verbiete und verfolge Symbole und Organisationen, die für die Identität der verfolgten Menschen in Nordsyrien stehen. Für Demokratie, für Gleichberechtigung aller Volks- und Glaubensgruppen. Für Frauenrechte.

Erdogans verlängerter Arm gehört abgehackt

 

Eine unerträgliche Doppelmoral: Strukturen in unserem Lande  blieben derweil unangetastet, die für Erdogan oder sogar für das Netzwerk der Terrorbanden des islamistischen Staates stehen.

 

„Wer Krieg , Elend und Fluchtursachen glaubwürdig bekämpfen will, muss Afrin als  gesellschaftliches Zukunfsmodell eines friedlichen Miteinanders aller Menschen im Nahen Osten und den dazu notwendigen Freiheitskampf  nach Kräften unterstützen.“ „Wir werden nicht müde aufzuklären, dass die Bundesregierung scheinheilig eine gegenteilige Politik betreibt.“

Gewerkschafler*innen trommeln für den Frieden

Gewerkschafter der IGM erklärten. „Unser Kampf um bessere Einkommen, gesicherte Arbeitsplätze , Daseinsvorsorge und erträgliche Arbeitsbedingungen ist in Frage gestellt, wenn es keinen Frieden gibt, die Welt um uns herum in Hass und Abschottung zerfällt. Im letzten Jahrhundert mussten wir mehrfach erleben, wie unser Land und die halbe Welt in Schutt und Asche liegen. Das wollen wir nicht wieder erleben. Schlimmer noch, ein solcher Konflikt mit den heutigen Waffensystemen kann das endgültige Ende der Menschheit bedeuten. Deshalb sind wir hier und trommeln für den Frieden !“

Die Welt gerät immer mehr aus den Fugen. Es war ein weiteres verstärkteres Aufbäumen an einem eiskalten sonnigen Wintertag. Es kommt darauf an, dass wir alle, die Betroffenen, nicht weiter zuschauen und die Stimme erheben. Es wird Zeit !

Gemeinsam gegen den Krieg

 

Weitere  Bilder und Impressionen

 

Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor. Menschen dicht gedrängt bis weit hinein in die Straße des 17.Juni

 

Musik und Reden zum Abschluss
Brandenburger Tor
Schnappschuss Vis a Vis Aussenministerium
Kinder klagen ihre Zukunft ein
Afrin verteidigen heisst Frauenrechte verteidigen

 

 

 

Mit den Vertretern der betroffenen Menschen in Syrien Reden . Nicht auf Geheiß Erdogans ausschliessen oder wegsperren !
Auf Demonstration. Uns wiederefinden. Gemeinsam sind wir stark !

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*Anmerkung zu den Zahlen. Die Angaben der Veranstalter schwanken zwischen 20 und 30 tausend Teilnehmern. Die Polizeiangabe mit 7000 Teilnehmern erweckt den Verdacht, dass auch hier wieder unangenehmer Protest von offizieller Seite kleingeredet werden soll. Die Bilder beweisen, der Platz vor dem Brandenburger Tor war prall gefüllt mit Menschen bis mehrere hundert Meter hinein in die Straße des 17.Juni. Und das, obgleich nach über 3 Stunden Demonstration bei tiefen Minusgraden ein Teil der Teilnehmer die Veranstaltung bereits verlassen hat. Bei kommerziellen Veranstaltungen wird bei vergleichbaren Bildern am gleichen Platz dann umgekehrt von offizieller Seite die Teilnehmerzahl eher in den Bereich von 100 tausend hochgejubelt. Bedauerlich auch, dass die Presse in der Regel ungeprüft die polizeilichen Angaben übernimmt und einseitig weiterverbreitet .

 

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